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Familie Wegener in Anklam

Meisterzeichen Michael I. Wegener

Der Heimatkalender Anklam (HKA) hat seit 1909 regelmäßig über die Verhältnisse in der Stadt und das Leben der Bürger in der Zeit von 1600-1750 berichtet. Wie konnten die Menschen in dieser Zeit leben, in der der Krieg mit seinen Folgen - Plünderungen, Hungersnot, Vergewaltigungen - regierte, Pest, Stadtbrände und Armut in der ehemals reichen Hansestadt herrschten? ( http://www.familiewegener.de/krieg.htm)

Als der Zinngießer Michael Wegener 1642/43 während des 30-jährigen Krieges vielleicht in Anklam heiratete, war die Stadt durch die schwedische Besetzung und die Belagerung durch die kaiserlichen Truppen von 1637/38 noch sehr zerstört (HKA 1926). Die Bevölkerung war verarmt und verschuldet und durch die folgende Pest reduziert worden. Als 1643 die Tochter Anna geboren und 1645 Michael Meister wird, beginnen die Verhandlungen in Münster zu einem Frieden. Es werden noch die Kinder Johannes (1645) und Catharina (1648) geboren. Vorpommern mit Anklam fallen 1648 (HKA 1937 u. 1998) an die Schweden und am 24.9.1653 bestätigt die schwedische Königin Christina der Stadt ihre Privilegien. 1658 wird Anklam schwedische Garnisonsstadt mit 650 Mann Besatzung

In dieser Zeit der Ruhe vor kriegerischen Auseinandersetzungen werden Michael noch weitere Kinder geboren: Michael II. (1649) und Jakob (1655). Der Sohn Johannes heiratet am 25.1.1670 Maria Stegemann verw. Rowan (*1629) und bekommt die Kinder Jakob (1671) und Catharina (1673). Mit der angesehenen und wohlhabenden Familie Rowan bestehen enge geschäftliche und persönliche Verbindungen. Johannes erbt durch seine Frau Grundbesitz mit 2 Häusern am Markt und in der Peene Str.

Der schwedisch-brandenburgische Krieg (HKA 1909) beginnt 1674 und wird nach einer sechs Wochen dauernden Belagerung Anklams am 30.8.1676 durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm eingenommen. 1677 ist ganz Pommern in seinem Besitz. Im Frieden von St. Germain 1679 muss jedoch Friedrich Wilhelm Vorpommern wieder an die Schweden abtreten. Die schwedische Regierung führt von 1681 bis 1700 eine Landesvermessung durch und legt Matrikelkarten an. In dieser Zeit erlebt Anklam einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Die persönlichen Verhältnisse der Familie Wegener sind wohl gut. Michael ist ein angesehener Bürger seiner Stadt und besitzt die Bürgerrechte. Ein wichtiges Dokument ist der Kaufvertrag vom 22.8.1677 über eine Bude, den Johannes abschließt und sein Vater mit Unterschrift und Siegel mit dem Zusatz "in testimonium" bestätigt. (http://www.familiewegener.de/quellen3.htm). Johannes ist bei seinem Vater Geselle und wird 1687 Meister. 1681 zahlt Michael gelegentlich einer Kriegskontribution 16 Reichstaler, sein Sohn Johannes jedoch 34 Reichstaler. 1678 stirbt Michaels erste Frau; er heiratet jedoch 1679 wieder und 1680 wird der letzte Wegener in Anklam getauft. Die Kinder von Michael II. werden in Wollin geboren und die Familie Wegener orientiert sich später nach Stettin.

1687 zieht sich Michael aufs Altenteil zurück und übergibt die Werkstatt an Johannes, dessen Ehefrau Maria im gleichen Jahr stirbt. Er heiratet 1688 Regina, die Tochter des Ratsherrn und Brauers Steffen, tritt im gleichen Jahr in die Kaufmannszunft und 1690 in die Brauer-Companie ein. Johannes übergibt 1691 die Werkstatt an den unbekannten "Meister von 1691" und wechselt den Beruf, wird Brauer und übernimmt die Brauerei seines Schwiegervaters. Um 1690 stirbt Michael Wegener, 1710 die Tochter Anna (wahrscheinlich an der Pest), Johannes am 10.1.1712 während der Besetzung durch die verbündeten Truppen im Nordischen Krieg (HKA 1913). Nach dem Tode des "Meisters von 1691" geht die Werkstatt an den Meister Martin Wernecke, Ehemann der Catharina Wegener (Tochter Michaels aus der 2. Ehe), über. Als dieser am 27.1.1723 stirbt, heiratet Gottfried Bartram die Witwe und übernimmt die Zinngießer-Werkstatt (HKA 1940). Am 31.5.1731 stirbt mit Catharina Wegener das letzte Mitglied der Familie Wegener in Anklam.