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Impressum

Edward Wegener

*17.12.1904 Kiel
+30.12.1981 Kiel

V: Wolfgang Wegener *16.09.1875, +29.10.1956.
M: Therese (von) Gierke *31.12.1878, +23.11.1966.

 

Stammtafel

Vorfahren

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(Der Text stammt von Henning Wegener)

Militärlaufbahn

Edward Wegener erlebte die Jugendzeit vornehmlich in Kiel und Wilhelmshaven und wurde geprägt durch seinen Vater, seinen Onkel, den späteren Grossadmiral Henning von Holtzendorff, und die maritime Umgebung. So wählte er die Seeoffizierslaufbahn und trat im April 1923 in die Reichsmarine ein. Von 1923-33 erfolgte die Ausbildung zum artillerie-technischen Offizier im Oberkommando der Marine begleitet von einer Reihe von Artillerie-Kommandos in Emden und als Torpedoboot-Wachoffizier. Von 1933-36 war er als I. Artillerie-Offizier auf dem Torpedoboot BREMSE und Kreuzer KÖLN eingesetzt. Als Kapitänleutnant kommandierte Edward Wegener die Torpedoboote GREIF und KONDOR. Nach weiterer Artillerie-Ausbildung wurde er Korvettenkapitän, dann Fregattenkapitän und von April 1939 bis Februar 1943 als I. Artillerie-Offizier auf dem Schweren Kreuzer ADMIRAL HIPPER eingesetzt. Anschließend bis Oktober 1944 war er als Kapitän zur See I. Leiter des Führungsstabs im Marinegruppen-Kommando West in Paris. Dort erlebte er die Invasion am 6.6.1944, deren Angriffsplan und Lokalisierung die ihm zuarbeitenden Marinedienststellen frühzeitig und zutreffend erkannten. Von Oktober 1944 bis zur Kapitulation der Kriegsmarine war Edward Wegener beim Flottenkommando auf dem Tender HELA stationiert. Verabschiedet in Uniform war er bis 1948 Leiter der Technischen Abteilung in der Deutschen Minenräumdienstleitung in Hamburg tätig.

Nach 1948 übte er kurze Zeit eine selbständige wirtschaftliche Tätigkeit aus und trat dann in die PHOENIX GUMMIWERKE AG ein, wo er bis 1956 als Direktionsassistent fungierte.

Als Kapitän zur See trat Wegener 1956 in die Bundesmarine ein und war von 1957 bis 1960 erster deutscher Marineattaché nach dem Kriege in den USA. Bis 1962 arbeitete er als Flottillenadmiral im Führungsstab der Marine, wo er maßgebend an der  Entwicklung der ersten seestrategischen Konzeption der Bundesmarine beteiligt war. 1963 wurde er zum Konteradmiral befördert und war bis 1965 als Vizeadmiral Marine-Befehlshaber des NATO-Kommandos im Ostseeraum (Allied Forces Baltic Approaches).

 

Seeoffizier Edward Wegener

Militärpolitischer Publizist

Im Ruhestand als Konteradmiral a. D. engagierte sich Edward Wegener. als einer der ersten hohen Offiziere des Bundeswehr politisch und kandidierte für die CDU zum 5. Deutschen Bundestag. Er verfehlte knapp das Mandat, setzte seine politische Tätigkeit aber noch mehrere Jahre als ehrenamtlicher Stadtrat in Kiel fort. In den Jahren seines Ruhestands, bis Dezember 1981, entfaltete er eine rege historische, seestrategische und militärpolitische Publikationstätigkeit (Selbstverständnis und historisches Bewusstsein der deutschen Kriegsmarine, Die Elemente von Seemacht und maritimer Macht, in: Seemacht und Außenpolitik, Das deutsch-britische Verhältnis vor den Weltkriegen, Marine-Forum 12-1980). Auch an den Angelegenheiten der Bundesmarine nahm er, in zahlreichen beratenden Funktionen, z.B. als Mitinitiator des Deutschen Marine-Instituts, teil.

Er stand unter dem Einfluss der seestrategischen Erkenntnisse seines Vaters Wolfgang Wegener und machte es sich zur lebenslangen Aufgabe, diese Erkenntnisse zu vertiefen, in ihrer Logik für die Eigengesetzlichkeit von Seemacht und Seestreitkräften zu werben und theoretische Grundlagen für ihre Funktion im Nuklearzeitalter und im Zeichen der Atlantischen Allianz (mit einem nunmehr regional begrenzten Sicherheitsauftrag der Bundesmarine) zu entwickeln. In seiner Laufbahn wurde ihm die Befassung mit seestrategischen Fragen anfangs dadurch erschwert, dass seine Verwendungen ihn jahrelang in der Artillerietechnik festhielten, wobei ihm freilich seine technischen Interessen und Fähigkeiten durchaus zugute kamen. Erst nach dem Krieg erfuhr er, dass diese technische Karriereausrichtung vom (späteren) Oberbefehlshaber der Marine und Grossadmiral Raeder durch Geheimerlass verfügt worden war. Als Folge von Raeders kategorischer Ablehnung der Tirpitz-kritischen Auffassungen von Wegener's Vater und seines persönlichen Zerwürfnisses mit diesem wurde er von der Admiralstabslaufbahn und den damit verbundenen Möglichkeiten eines aktiven Vertretens dieser Auffassungen ferngehalten. Erst Raeders Nachfolger Dönitz machte seine Verwendung in wichtigen Admiralstabspositionen möglich.

Zeitlebens galten Edwards Interessen, weit über den fachlichen Bereich hinaus, strategischen und geschichtlichen Zusammenhängen, wobei Fragen der Seemacht und des Verhältnisses von Seemacht und Außenpolitik (vor allem in Anwendung auf das deutsche Schicksal) im Vordergrund standen. Er erarbeitete ein modernes "seestrategisches Begriffssystem", dem er für die Wirkung von Seestreitkräften im Nichtkrieg ein "Begriffssystem der maritimen Macht" an die Seite stellte. Von seinem Vater übernahm er dabei den Einblick in den Rang der "seestrategischen Position" für Seeherrschaft, die zentrale Aufgabe der Sicherung der Seewege als Überlebensbedingung moderner Staaten, und die Bedeutung seehaften Denkens gerade in einem von kontinentalem Denken geprägten Land wie Deutschland. Seine Analyse der Bedeutung von Seestreitkräften im Nuklearzeitalter wurde insbesondere auch in den USA - wo er häufig publiziert hat (The Soviet Naval Offensive, Naval Institute Press, Annapolis, Maryland, 1975, Theory of Naval Strategy in: the Nuclear Age, Naval Review 1977) - als wegweisend empfunden; er ist vom US Naval Institute als "the finest naval strategic thinker born in the 20th century" apostrophiert worden. Edward Wegener hat in der Gründungsphase der Bundesmarine und zugunsten einer konzeptionellen Fundierung ihres Auftrages einen bedeutenden Beitrag geleistet, der heute gerade auch in seinen theoretischen Prämissen und in den Marinen anderer NATO-Partner anerkannt ist.

Unter den zahlreichen Auszeichnung sind das Deutsche Kreuz in Gold, die amerikanische Legion of Merit und das Grosse Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hervorzuheben.

 

Familienvater

Edward heiratete am 18.4.1933 in Essen-Bredeney Hildburg Sachsse (*14.6.1912 in Essen-Bredeney, +25.3.1989 in Dortmund), Tochter des Bürgermeisters Walter Sachsse und Lilli Diergardt. Aus der Ehe stammen 5 Kinder: Walter (*21.8.1934 Kiel, +25.1.1936 Berlin), Henning (*6.6.1936 Wilhelmshaven), Michael (*24.1.1938 Wilhelmshaven), Hildburg (*18.12.1941 Hamburg) und Bernd (*2.11.1944 Swinemünde)

 

 

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