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Luckow

Kirche mit Pfarrerfamilie Franz Wegener ca. 1872

Die schönste Kirche im Wiesengrunde

(„Die Pommersche Zeitung, Folge 51/52/04 vom18. Dezember 2004“.)

Eine der schönsten Fachwerkkirchen steht in Luckow im Kreis Uecker-Randow bei Ueckermünde. Luckow wird erstmals 1260 urkundlich genannt. Der Name leitet sich aus dem slawischen „Luckowe“ ab und bedeutet „Wiesengrund“. So alt ist die Kirche aber nicht. Die Vorgängerkirche überstand den 30-jährigen Krieg, wurde aber im folgenden nordischen Krieg zerstört.

Die neue Kirche, der barocke Fachwerkbau, wurde in der Zeit von 1724 – 1726 erbaut. Die Wetterfahne auf dem Kirchenschiff zeigt die Jahreszahl 1725 und die auf dem Turm 1726 mit der Inschrift SDG (Soli Deo Gloria = Allein Gott die Ehre). Die Kirche stand unter dem Patronat des Landesherren und des Gutsherren des Ortes Vogelsang, dem aus Holland stammenden Geschlecht der von Enckevorth, deren Wappen an der Empore angebracht ist. Dort waren auch die Sitze des Patrons und seiner Familie.

Die Kirche wurde mit Holz und Lehm aus der Gegend gebaut und stand früher vollständig frei, so daß sie von weit her gesehen wurde. Pfarrer Wulf Gaster bewirkte die Restaurierung in der Zeit von 1996 – 1999, so daß sie heute ein Schmuckstück einer Fachwerkkirche ist.

Fachwerkkirche Luckow

Der Innenraum enthält eine reichhaltige Ausstattung. Im runden östlichen Chorabschluss ist der Altar aufgestellt. Aus der alten Kirche stammen die Zinnleuchter und die Abendmahlgeräte, sowie die kleinen bleiverglasten Fensterflügel gegenüber auf der Westseite unter der Empore. Im Altarraum befinden sich neben dem „Kanzelaltar“ (Um die Gleichwertigkeit von Predigt und Abendmahl zu dokumentieren, schuf man vor allem in protestantischen Kirchen in Mittel- und Norddeutschland eine aus Altar und Kanzel bestehende Einheit, in die bisweilen auch die Orgel integriert wurde) zwei Ölbilder von Luckower Pastoren. Auf der linken Seite ist ein Portrait von Carl Jacob Wegener (6.3.1758 – 6.7.1845, siehe Personen/Wegener/Carl Jakob), der von 1785 – 1837 Pfarrer in Luckow war, zu sehen. Auf der rechten Seite ist ein Bild des Garnisionspfarrers, erkennbar an dem Orden am Talar, Friedrich August Clewe, Pfarrer in Luckow von 1878 – 1902, aufgehängt. Er ist hinter der Kirche begraben, was nach dem 18. Jahrhundert üblich war. Der Hügel an der Nordseite der Kirche ist ein gemauertes Grabgewölbe, das bei der Renovierung gefunden wurde.

Im 18. Jahrhundert wurde in der Kirche begraben, davon zeugt eine Grabplatte im Mittelgang vor dem Altar, die an Dorothea Louisa Wegener geb. Weylandt (18.4.1737 – 28.7.1796) erinnert. Sie war die Mutter des Pfarrers Carl Jacob Wegener. Ob sich unter der Grabplatte auch ihr Grab befindet, ist nicht erforscht, da einer Öffnung eine Zerstörung der Bausubstanz, denkmalpflegerische Probleme und nicht vorhersehbare finanzielle Kosten nachfolgen könnten.

Bei der Restaurierung wurden an der Kanzel links neben dem Kanzelkorb die Initialen des F(riedricus) R(ex) W(ilhelm) III mit der Krone und rechts die von C(hristian) F(riedrich) v(on) E(nckevorth) wiederentdeckt. Auch die beiden hölzernen Gedenktafeln (Epitaphe) wurden gefunden und restauriert.

Ölgemälde Pfarrer Carl Jacob Wegener

Einzigartig ist das 1996/97 restaurierte älteste Votivschiff im Osten Deutschlands. Die Fregatte aus der Zeit der Erbauung der Kirche wurde gestiftet von Joachim Gast, vermutlich der Kapitän des mit schwerem Geschütz bestückten Schiffes. Es hatte viele Gefechte im Stettiner Haff bestanden und als Dank dafür wurde das Modell der Kirche gestiftet.

Die 3 Glocken im Turm stammen aus dem 20. Jahrhundert. Die Orgel ist älter, wurde aber 1883 für den Einbau in die Luckower Kirche verkleinert.

Neben der Kirche steht noch das alte Pfarrhaus. Als der junge Carl Jacob Wegener am 17.12.1785 die Pfarrstelle übernahm und in zwei Ehen zwei Töchter seines Amtsvorgängers Pastor Justus Homann heiratete, wurde das Haus für fast 100 Jahre Mittelpunkt einer großen Familie. Bis 1878 waren die Pastoren in Luckow seine Nachkommen. Am 28. Juli 1796 starb seine Mutter und zum ehrenden Gedenken setzte er im Mittelgang der Kirche vor dem Altar eine Grabplatte. Als am 6.1.1831 Carl Jacob Wegener emeritierte, übernahm sein Sohn Wilhelm (3.9.1802 – 15.7.1883) das Amt. Im Schicksalsjahr 1841 starb nicht nur plötzlich seine Frau, sondern am 9.8. wurde das Pfarrgehöft durch Blitzschlag getroffen und brannte vollständig ab. Dadurch wurde der Mittelpunkt der Familie zerstört und diese auseinandergerissen. Als Wilhelm Wegener 1861 die Pfarrstelle in Jasenitz übernahm, wurde in Luckow sein Sohn Franz (28.1.1834 – 20.2.1913) der Nachfolger. Er blieb bis 1878 im Pfarramt in Luckow.

Die Familie Wegener hat im Jahre 2001 aus alter Verbundenheit zur Kirche in Luckow die Grabplatte von Dorothea Louisa Wegener und das Ölbild von Carl Jacob Wegener restaurieren lassen.

Wer Fachwerkkirchen liebt, sollte bei seinem nächsten Besuch in Vorpommern die Kirche in Luckow bei Torgelow im Kreis Uecker-Randow, nicht weit weg von Ueckermünde, besuchen. (in google-maps anzeigen)

Blick auf Orgel

Votivschiff links vom Altar

Pfarrhaus Ecke Dorfstraße

Kanzelaltar

Epitaph

Grabplatte Dorothea Louisa Wegener

 

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