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            Familie Wegener

 

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Bis ins Mittelalter hinein war die Familie ortsgebunden und sesshaft. Die Rodungsarbeiten, die Kultivierung der Landschaft, die Leibeigenschaft und die bäuerliche Gesellschaft hatten nicht nur Auswirkung auf die Namensbildung, sondern auch auf die Entwicklung der Weiler, Höfe und Dörfer. So sind „Ortsfamilienbücher“ und „Höfe“ Bestandteil der Genealogie. Erst in der frühen Neuzeit mit der Gründung von Städten mit eigenem Recht, Religionskriegen mit der Vertreibung von Teilen der Bevölkerung, Hungersnöten, Bildung von Handwerk und Industrie sowie der gezielten landesherrlichen Siedlungspolitik entstanden größere Wanderungsbewegungen in der Bevölkerung. Wenn früher nur einzelne Personen in der Fremde ihr Glück suchten, wechselten jetzt ganze Familien ihren Wohnsitz und bauten eine neue Existenz auf.

Auch die Familie Wegener, die das erste Mal in Anklam nachzuweisen ist, wanderte über Wollin/Usedom in die Großstadt Stettin mit den benachbarten Standorten Luckow und Jasenitz. So wurden diese Orte zur neuen Heimat und zum Mittelpunkt der Familien Wegener. In Stettin vernetzte man sich mit der gesamten Verwandtschaft und war Bestandteil der bürgerlichen Gesellschaft. Zwischen den einzelnen Familien entwickelte sich ein Gefühl der Verbundenheit und des Familienverbandes. Im 19. Jahrhundert, spätestens mit der Reichsgründung, entwickelte Berlin eine derartige Sogwirkung, dass viele Familien Pommern verließen. Auch die Familie Wegener und ihre Verwandtschaft orientierten sich nach Berlin und innerhalb einer Generation war Berlin und nicht mehr Stettin Hauptort des Familienverbandes. Jeder Ortswechsel bedeutete aber auch neue Bekanntschaften und eine Erweiterung der Verwandtschaft. Die berufliche Tätigkeit in der Industriegesellschaft und im modernen Staat förderten die häufigen Wechsel in andere Städte, wo man dann andere Familien kennenlernte. Das traf nicht nur auf Universitätsstädte wie Breslau, Tübingen, Göttingen, Heidelberg, Bonn zu, sondern auch auf Verwaltungs- und Industriezentren. Erst nach den beiden Weltkriegen, den Verlust der Heimat, der Teilung Deutschlands und den gesellschaftlichen Veränderungen verloren Familiensitze und die örtliche Bindung in der Gesellschaft ihre Bedeutung und die Familie ihren Zusammenhalt. Es bildeten sich viele Nebenzentren wie Regensburg, Kiel, Dortmund, Lübeck.

 

 

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