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            Familie Wegener

 

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Regensburg

Die Stadt war nach dem Friedenschluss von Osnabrück und Münster von 1648 Sitz des immerwährenden Reichstages bis 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss das Fürstentum Regensburg unter dem Kurerzkanzler Dahlberg gebildet wurde. Im Pariser Vertrag vom 28.2.1810 kam das Fürstentum an das Königreich Bayern und Regensburg wurde Hauptstadt des Regenkreises und später der Oberpfalz. Damit wurde die alte, historisch bedeutende und einflussreiche Reichsstadt mit ihren weitreichenden Handelsverbindungen für die neue Zeit und die Industrialisierung nicht mehr wichtig, verpasste die gesellschaftlichen Entwicklungen bis 1945 und wurde eine beschauliche Provinzstadt.

Otto-Heinrich Wegener wird im September 1945 aus der englischen Kriegsgefangenschaft auf eigenem Wunsch nach Göttingen, dem Wohnsitz seiner Schwiegereltern, der Familie v. Gierke, entlassen. Er meldet sich wegen einer Arbeitsstelle bei seinem früheren Arbeitgeber, der Fa. Siemens-Schuckert AG. Ab 15.11.1945 wird er kaufmännischer Leiter des Technischen Büros in Regensburg. Die Stadt politisch und wirtschaftlich Provinz in einer Randlage der späteren Bundesrepublik bot jedoch geschäftlich keine Entwicklungsmöglichkeiten. Als norddeutscher Marineoffizier hat er persönlich in der von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen überfüllten Region Akzeptanzprobleme.

Die Genehmigung für den Zuzug der Familie nach Regensburg (amerikanische Besatzungszone) wird endlich im Februar 1947 erteilt und der Umzug von Leipzig (sowjetische Besatzungszone) im Juni veranlasst. Am 6.8.1947 geht Charlotte Wegener mit den Kindern schwarz über die Zonengrenze nach Regensburg. Die Familie lebt provisorisch in der neuen Wohnung - einem teilweise zerstörten Gebäude - Bahnhofstrasse 15II bis am 2.1.1948 endlich die Möbel eintreffen.

Nach anfänglichen beruflichen Schwierigkeiten richtet sich die Familie in der Stadt und im Land Bayern ein. Die Kinder gehen in die Oberrealschule und die Ehefrau nimmt wieder das Reiten als Hobby auf. Am 9.3.1948 kommt die Großmutter Marie v. Miaskowski aus Berlin mit Zuzugsgenehmigung zunächst für ein paar Wochen. Aber erst im Dezember 1952 wird ihr eine Gnadenpension bewilligt und eine Nachzahlung gewährt, so dass sie am 7.1.1953 ins Altersheim nach Burgweinting übersiedeln kann.

Das 25-jährige Dienstjubiläum wird am 29.12.1952 im Betrieb groß gefeiert und alle Mitarbeiter mit ihren Frauen zur Oper Rigoletto ins Stadttheater eingeladen. 1953 und 1954 verlassen die Kinder zum Studium und zur Berufsausbildung Regensburg. Im Oktober 1957 kauft das Ehepaar ein Haus auf dem Dreifaltigkeitsberg und feiert silberne Hochzeit. Der Umzug ins neue Heim Österreicherweg 17 am 19. April 1958 belegt, dass das Ehepaar Wegener in Regensburg angekommen ist und hier weitere Jahrzehnte verleben will.

Das 40-jährige Dienstjubiläum wird am 1.12.1967 groß gefeiert und abends die Gäste und die Belegschaft zu einem Serenaden Konzert in historischen Kostümen eingeladen. Am 22.3.1968 wird nicht nur der Geburtstag, sondern der Eintritt in den Ruhestand gefeiert. In den nächsten Jahren wird viel gereist zu Kuren, zu Begräbnissen und zu runden Geburtstagen oder Festen. Dabei nehmen die Trauerfeiern zu und der Verwandten- und Bekanntenkreis wird immer kleiner. Nach dem Tode der Eltern wird das Haus später verkauft.

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