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Schotten
in Pommern

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Schotten in Pommern

Im frühen 16. Jahrhundert setzte eine verstärkte Einwanderung der Schotten in den Ostseeraum besonders in die pommerschen Küstenstädte ein. Neben der bereits im 14. Jahrhundert beginnenden Ansiedlung einzelner schottischer Kaufleute in den Hansestädten zur Intensivierung des Handels förderten später noch andere Ereignisse die Zuwanderung.

Danach war ein wesentlicher Grund für die Auswanderung der Schotten die wirtschaftliche Not, die ihre Ursachen in der Überbevölkerung, der geringen Ertragskraft des Bodens und den Adelskämpfen untereinander hatte. Verschärft wurde die Situation durch die immer wieder auftretende Pest und fehlende Importe von Lebensmitteln. Im 16. Jahrhundert waren vielfach religiöse und kirchenpolitische Gründe entscheidend.

Die Macht der Zünfte verwehrte den Schotten den Zugang zu vielen Berufen, so dass diese nur durch Handels- und Reisetätigkeit sich und ihre Familien ernähren konnten. Umherziehende Händler wurden daher „Schotten“ genannt. Die Zinngießer und andere Handwerker brauchten für den Absatz ihrer Produkte diese Händler, die über das Land zogen, die Ware verkauften und neue Aufträge entgegen nahmen. So gab es bald eine enge Symbiose zwischen den Produzenten (Zinngießer) und den Abnehmern (Händler). Durch Fleiß, Geschick, sparsames Haushalten und der Zusammenhalt des Clans konnten die Schotten Vermögen ansammeln, Häuser kaufen und wichtige Posten im Rat und in der Stadt übernehmen. Sie waren angesehen und hatten viel Einfluss.

Über die Einwanderung der Schotten im 16. und 17. Jh. in die Hansestädte und nach Pommern, haben zuerst Fischer (The Scots in Germany, The Scots in Western- and East-Prussia), später auch Riemann (Die Schotten in Pommern im 16. und 17. Jh. und ihr Kampf mit den Zünften) und Ruffmann (Engländer und Schotten in den Seestädten Ost- und Westpreußens), zuletzt v. Wechmar (Die schottische Einwanderung in Vorpommern im 16. und frühen 17. Jahrhundert) intensiv geforscht. Spezielle Literatur über die „scotus“ in Greifswald gibt es von Bethe (Die schottische Kompagnie in Greifswald 1590-1676).